Montag, 19.03.2018
Leipzig - The Day After …
Leipzig - 19.03.18 - Arena Leipzig
 
51° 20’ 45’’  N          12° 20’ 54’’  O
 
The Day After … 
 
Ja - der Tag nach unserer kleinen Feier mit der Crew. Der ein oder andere hatte richtig zu kämpfen gestern :) Aber im Großen und Ganzen sind die meisten von uns da gut durch. und ´ne Menge Spaß hatten wir sowieso ;) 
Es ist ja auch ein bisschen fiese, sowas zu veranstalten, wenn man anschließend noch ´nen 4er Block zu fahren hat. Aber das wusste ja vorher niemand, dass es so kommen würde. Denn eigentlich wäre ja gestern das letzte Konzert auf dieser Tour gewesen und wir wären jetzt auf dem Weg nach Hause. Nun aber werden wir unsere Verabredungen in Saarbrücken, Mannheim und Trier dringend einlösen. Und wir haben da auch Bock drauf. Umso mehr, da die Absagen und die daraus resultierenden Unannehmlichkeiten für einzelne von Euch, uns wirklich ausserordentlich leid tun. Also - ab heute arbeiten wir unseren Deckel bei Euch ab. 
 
Das Konzert selbst lief ganz rund. Oder hat irgendjemand etwas ausserplanmässiges bemerkt?
Wenn ja - dringend melden und einen Untersuchungsausschuss ins Leben rufen. Kann ja nicht sein, dass hier was unbemerkt aus ´m Gleis läuft. 
Aber es lief nichts aus dem Gleis - im Gegenteil - auch in Leipzig verlief der Abend fast genau nach der Schablone der letzten 6 Wochen. Was beileibe nichts Schlechtes ist. Es bedeutet nur, dass das, was wir da machen, grundsätzlich funktioniert. Am Ende - und schon weit davor, lagen sich die Menschen glückselig in den Armen und wenn nicht schon wieder einige Securitys ihren Job etwas zu genau genommen hätten, wäre das auch schon viel früher passiert. Ich habe das zeitweise sehr genau beobachtet, wie die Stimmung durch ewiges ermahnen richtiggehend dauernd wieder gedämpft wurde. Da fragst Du Dich schon manchmal, warum wir uns hier gerade den Arsch aufreißen, wenn die aufkeimenden Früchte unserer Bemühungen in eben diesem Keim auch wieder erstickt werden - Sisyphus kann da wohl ein Lied von singen… 
 
Wenn wir unsere kleine Ode an die Freiheit halten, dann ist es in erster Linie keine Rede gegen irgendwas oder wen, sondern FÜR die Freiheit. Wie wir das - immer aktualisiert - seit 6 Jahren machen. Aus dem einfachen Grunde, weil wir das Wort Freiheit so oft in den Mund nehmen, wie kaum eine andere deutsche Band. ( Hätten wir vor 6 Jahren gewusst, wie schwierig das wird, hätten wir uns das wohl verkniffen) Und da zählen wir einige(s) auf. Unter anderem diejenigen, die sich an ihr zu schaffen machen. Und wir sehen das Ganze auch ein bisschen globaler, als manche es gerne verstehen möchten. Das Wort AFD fällt in diesem Zusammenhang übrigens nur ein einziges Mal. Und wer uns zuhört, der könnte auch entdecken, dass wir auch und gerade den sogenannten etablierten Parteien einen großen Teil der Verantwortung zuschieben, die uns mit ihrer arroganten, ignoranten Politik der letzten 10-15 Jahre, diese ganze Chose erst erst eingebrockt haben. Und natürlich ist nicht jeder, der den Rattenfängern der AFD auf den Leim geht, gleich ein Arsch. Aber wenn ich mich in den Gefilden der Informationsblasen bewege, in denen die sich unbeobachtet fühlen und mal raushauen, was so geht, dann kann ich mich des Eindrucks nach wie vor nicht erwehren, dass dort weniger sogenannte Abgehängte und besorgte Bürger unterwegs sind, sondern ne ganze Menge eben jener braunen Ärsche, die ich meine. Und jeder, der das Parteibuch hat, ist es in meinen Augen sowieso. Ein Arsch. Wir sind in der relativ unangenehmen Situation, dass wir wissen - und das sehen wir an den Reaktionen - das wir in diesen Fragen mit einem Teil unserer „Fans“ nicht einer Meinung sind. Und wenn wir den ein oder anderen Unentschlossenen davon abhalten können, mit einzustimmen, in den unerträglichen Chor der immer lauter werdenden Polemiker, rassistischen Demagogen und Populisten, die wie Pilze aus dem Boden schießen und von denen mir niemand erzählen kann, es wären ausschließlich um dieses Land besorgte Menschen  - nee - da sind Leute am Start, die glauben, dass jetzt ihre Zeit gekommen ist um endlich das zu tun, was sie schon immer tun wollten. Und dazu machen wir NICHT den Soundtrack. Wir haben keinen Bock uns von denjenigen missbrauchen zu lassen, die uns nur mit halbem Ohr zuhören oder uns auch ganz bewußt nicht verstehen (wollen).
Und so hört der geneigte AFD Fan, was er hören will. Und steht in Flamen, wenn sein Club genannt wird, in der Reihe derjenigen, die sich an der Freiheit auf s erbärmlichste zu schaffen machen, genannt in einem Atemzug mit den noch viel größeren  - mit Verlaub - Arschgeigen, die sie weltweit unterminieren, aushöhlen und sie lachend verhöhnen. Doch das habt ihr erstens nicht besser verdient und zweitens wollt Ihr das doch so. Also - hört ordentlich zu, entdeckt, was euch bisher vielleicht entgangen ist, oder geht einfach von Bord. Das bleibt alleine Euch überlassen. Aber darüber erstaunt sein, dass bei einem Santiano Konzert, der zuckende rechte Arm nun doch unten bleiben muss, geht gar nicht. Und wir werden nicht müde, dieses Missverständnis aufzuheben, bis wir das Gefühl haben, es ist nicht mehr nötig. Und davon sind wir gerade weit, weit weg….
 
Weit weg sind wir aber nicht mehr von Saarbrücken. Vorhin im tiefsten Winter in Erfurt losgefahren und mittlerweile fahren wir durch den herrlichsten Sonnenschein. In wenigen Minuten sind wir da - und ich höre mal auf - bis später - ZACK AHOI !!
 
Bild: Chris Heidrich
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